ArcelorMittal beauftragt Midrex mit der Planung einer Demonstrationsanlage für die Wasserstoff-Stahlproduktion in Hamburg

Umstellung auf grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen erfolgt nach ausreichender Verfügbarkeit und zu wirtschaftlichen Kosten.


ArcelorMittal gab heute bekannt, dass es den Technologieanbieter Midrex Technologies damit beauftragt hat, am Standort Hamburg eine Demonstrationsanlage zur Herstellung von Stahl mit Wasserstoff zu planen. Beide Unternehmen haben nun eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um bei mehreren Projekten zusammenzuarbeiten, die von Forschung und Entwicklung bis zur Implementierung neuer Technologien reichen.

signing ceremony

Bei der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung in Hamburg: Vincent Chevrier, Todd Astoria und KC Woody von Midrex mit Dominique Vacher, Dr. Uwe Braun und Matthias Schad von ArcelorMittal (von links nach rechts)

Diese Rahmenvereinbarung wird durch eine Reihe von Abkommen zur Entwicklung unterschiedlicher Projekte ausgefüllt, in die die Fachkenntnisse von Midrex und ArcelorMittal einfließen. Das erste Abkommen soll dazu dienen, in Hamburg die großtechnische Herstellung und Verwendung von direktreduziertem Eisen (Direct Reduced Iron – kurz DRI) zu demonstrieren. Dabei soll das DRI mit 100 Prozent Wasserstoff als Reduktionsmittel hergestellt werden.

Die Demonstrationsanlage wird in den kommenden Jahren rund 100.000 Tonnen direkt reduziertes Eisen pro Jahr produzieren – zunächst mit grauem Wasserstoff aus Erdgas. Die Umstellung auf grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen erfolgt nach ausreichender Verfügbarkeit und zu wirtschaftlichen Kosten. Die Energie für die Wasserstofferzeugung könnte aus den Windparks vor der Küste Norddeutschlands stammen. Die Anlage wird die weltweit erste Direktreduktionsanlage im industriellen Maßstab sein, die mit Wasserstoff betrieben wird.

“Wir arbeiten mit Midrex Technologies als einem der weltweit führenden Anbieter zusammen, weil wir Kenntnisse darüber aufbauen wollen, wie man reines Eisen für die Stahlherstellung in großem Maßstab nur mit Wasserstoff produziert. Dieses Projekt in Kombination mit unseren laufenden Projekten zur Verwendung von nicht-fossilem Kohlenstoff und zur Kohlenstoffabscheidung ist entscheidend, um in Europa im Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Großtechnische Tests sind entscheidend, um unsere Ziele unter Beweis zu stellen. Es wird allerdings von den politischen Rahmenbedingungen abhängen, wie schnell die Transformation stattfinden kann”, kommentiert Carl de Maré, Vizepräsident bei ArcelorMittal und verantwortlich für die Technologiestrategie.

DRI-Anlage Hamburg

Die bestehende Midrex-Anlage am Hamburger Produktionsstandort ist diejenige mit dem geringsten CO2-Ausstoß für die Qualitätsstahlproduktion in Europa. Jährlich werden 980.000 Tonnen Eisenerzpellets zu Eisenschwamm verarbeitet, der zu 95 Prozent aus reinem Eisen besteht. Fotos: ArcelorMittal

ArcelorMittal Hamburg produziert bereits Stahl auf Basis der DRI-Technologie. Während des Prozesses werden Eisenoxid-Pellets zu metallischem Eisen, dem Rohstoff für hochwertigen Stahl, reduziert, indem Sauerstoff mit Erdgas entzogen wird. “Unser Standort ist die energieeffizienteste Produktionsanlage von ArcelorMittal”, sagt Dr. Uwe Braun, CEO bei ArcelorMittal Hamburg. Die bestehende Midrex-Anlage in Hamburg ist zudem bereits heute das Werk mit den niedrigsten CO2-Emissionen für die Produktion von hochwertigem Stahl in Europa. “Mit der neuen, auf Wasserstoff basierenden DRI-Anlage, die wir jetzt planen, werden wir die Stahlproduktion auf ein völlig neues Niveau heben, als Teil unseres europaweiten Bestrebens, bis 2050 klimaneutral zu sein”, schließt Dr. Braun.

„Dieses Projekt im industriellen Maßstab wird den Weg für die Herstellung von Eisen und Stahl auf Wasserstoffbasis ebnen”, sagt Stephen C. Montague, Präsident und CEO von Midrex Technologies Inc. „Wir freuen uns, mit ArcelorMittal als Vorreiter für die Nutzung erneuerbarer Energien in unserer Branche zusammenzuarbeiten.”


Source: ArcelorMittal, Pressemitteilung, 2019-09-16.


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